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Psychokardiogische Erkrankungen

 

Die Entstehung vieler Herzerkrankungen wird durch psychische und soziale Belastungen sowie durch das Verhalten der Patienten mitbestimmt. Zugleich kann eine Herzkrankheit ihrerseits Ängste, Stress und Depressionen auslösen, die sich wiederum in vermehrten Herzbeschwerden äußern und zu vermehrten Komplikationen führen können. Psychischer Stress kann aber auch Herzbeschwerden auslösen, für die sich keine organische Herzkrankheit nachweisen lässt.

Therapeutische Angebote

Die therapeutischen Angebote richten sich nach Art und Schwere der Erkrankung. Grundlage ist auf der einen Seite bei jedem Patienten mit organischer Herzkrankheit eine gute Behandlung der Herzkrankheit einschließlich evtl. weiterer Maßnahmen wie z. B. körperlichen Trainings, das auch auf das seelische Befinden positive Einflüsse hat. Ein wesentlicher Bestandteil der guten Behandlung sind dabei die Beratung und Unterstützung durch den behandelnden Arzt oder ggfs. eine speziell geschulte Krankenschwester. Neben einigen Kardiologen verfügen auch fast alle Hausärzte über eine Ausbildung in „psychosomatischer Grundversorgung“, mit der sie Hilfestellung bei der Verarbeitung von Stress und/oder einer Herzkrankheit leisten und dem Patienten bei notwendigen Anpassungen des Lebensstils auch über längere Zeit zur Seite stehen können.

Als guter Einstieg eignen sich auch kardiologische Rehabilitationsbehandlungen im Anschluss an einen Herzinfarkt oder eine Herzoperation. Für Patienten mit Herzkrankheit und starker psychischer Belastung existieren in einigen Rehakliniken ausdrückliche psychokardiologische Behandlungsangebote.

Bei trotz wiederholter Untersuchungen anhaltenden, körperlich nicht (bzw. nicht ausreichend) erklärten Herzbeschwerden, wiederholten Notfalleinweisungen ohne schwerwiegenden Organbefund oder starker psychischer Beeinträchtigung durch die Herzerkrankung ist eine Vorstellung in der psychokardiologischen Ambulanz anzuraten. Hier können mit dem Patienten beispielsweise die Teilnahme an einer ambulanten Gesprächsgruppe für Herzpatienten, eine ambulante Psychotherapie bei einem niedergelassenen Therapeuten, eine in einigen Fällen sinnvolle antidepressive Medikation oder im Bedarfsfall auch Möglichkeiten einer tagesklinischen oder stationären psychosomatischen Behandlung besprochen werden.

Als erste Universitätsklinik in Deutschland verfügt das Herzzentrum Göttingen seit 2009 über eine eigene psychokardiologische Station, in der Herzkrankheit und Psyche in einem ganzheitlichen Konzept „für Herz und Seele“ aus einer Hand behandelt werden können.

Hilfe für psychisch belastete Herzpatient*innen